Das Österreichische Blasmusikforum 2026: Impulse für Musikbegeisterte
"Nicht nur zuhören, sondern aktiv dabei sein und lernen"
Was aus einer ersten Idee zu einem Weiterbildungsformat für Blasmusikbegeisterte entstanden ist, hat sich binnen weniger Jahre quasi zum „Wissenstempel der Blasmusik“ in Österreich entwickelt. Das Österreichische Blasmusikforum vom 29. März bis zum 1. April setzte dieser Entwicklung die Krone auf und sprengte alles bisher Dagewesene. Erstmals war das Forum bis auf den letzten Platz ausgebucht.
„Die österreichische Note. Blasorchesterleitung im Fokus“ war das Motto des Jahres 2026 und so versammelten sich Blasmusikbegeisterte aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus in den ehrwürdigen Räumen der CMA Stift Ossiach, um sich intensiv mit Blasorchesterleitung und ihren vielen Facetten auseinanderzusetzen.
Konzept
Das Konzept hinter dem Blasmusikforum ist so einfach wie effektiv. Prinzipiell besteht die Möglichkeit, zwischen einer aktiven Teilnahme vor oder hinter dem Dirigentenpult oder einem passiven Besuch der unzähligen Workshops, Vorträge, Lehrproben usw., quasi unter dem Motto „All you can hear“.

Programm
Den Auftakt bildete am Sonntagnachmittag die feierliche Eröffnung mit einem Vortrag von Hermann Pallhuber, der in seinem Referat „Die Magie der Partitur“ eindrucksvoll die künstlerische Tiefe und Verantwortung des Dirigierens beleuchtete. Im Anschluss starteten bereits die ersten Einheiten der Workshopreihe „Dimensionen des Dirigierens“, die sich über alle Tage hinweg als zentrales Element des Forums erwies. Unter der Leitung renommierter Persönlichkeiten wie Hermann Pallhuber, Andreas Ziegelbäck, Thomas Doss, Johann Mösenbichler und Fritz Neuböck arbeiteten die Teilnehmenden sowohl praktisch als auch theoretisch an ihren Fähigkeiten.

Ein besonderer Höhepunkt war das Eröffnungskonzert des Polizeiorchesters Bayern im Alban-Berg-Saal, das mit einem abwechslungsreichen Programm begeisterte und den künstlerischen Anspruch des Forums eindrucksvoll unterstrich. Auch die weiteren Abendveranstaltungen boten musikalische Vielfalt: Von der Beleuchtung des Holzbläserklangs im Blasorchester bis hin zur öffentlichen Probe der Österreichischen Jugend Brass Band unter der Leitung von Robert Childs wurde ein breites Spektrum an Klangkörpern und Stilrichtungen präsentiert.

Neben der praktischen Arbeit mit den beiden Kursorchestern standen auch zahlreiche Workshops auf dem Programm. Themen wie Instrumentation, Jugendarbeit oder der Einsatz moderner Notationsprogramme spiegelten die Vielfalt der Anforderungen im heutigen Blasmusikwesen wider. Ergänzend dazu wurden gezielte Weiterbildungen für Juryvorsitzende im Bereich Konzertmusik sowie für Jurorinnen und Juroren im Bereich der „Musik in Bewegung“ angeboten.

Miteinander
Ein großer Schwerpunkt im Blasmusikforum lag und liegt auf dem Austausch: Das Forum bot zahlreiche Gelegenheiten zur Vernetzung, etwa beim „Composers’ Evening“. Hier konnten Teilnehmende direkt mit Komponistinnen und Komponisten ins Gespräch kommen und neue Impulse gewinnen. Auch die Präsentation und Preisverleihung des ÖBJ-Kompositionswettbewerbs setzte ein wichtiges Zeichen für die Förderung junger Talente.
Der abschließende Mittwoch stand schließlich ganz im Zeichen der Conclusio. Bundeskapellmeister Helmut Schmid meinte dazu scherzhaft: „Am Mittwoch geben wir dann alles in den Thermo-Mix und schauen, was rauskommt.“ Die Ergebnisse verdeutlichten jedoch eindrucksvoll die intensive Arbeit der vergangenen Tage und die hohe Qualität der Ausbildung. Das fachliche und didaktische „Kochrezept“ war perfekt gewählt.
Das Österreichische Blasmusikforum 2026 in Ossiach erwies sich damit einmal mehr als bedeutende Plattform für Weiterbildung, Vernetzung und künstlerische Entwicklung. Die Verbindung aus praxisnaher Arbeit, hochkarätigen Referierenden und vielfältigen Inhalten machte die Veranstaltung zu einem wichtigen Impulsgeber für die österreichische Blasmusikszene.
Wir freuen uns schon auf ein Treffen beim nächsten Blasmusikforum im Frühling 2027.

